Cotswold Way | Tag 2

Wir ziehen los, auf dem Dorfplatz steht ein alter Jaguar, MK2, British Racing Green. Wir überqueren die (den?) Isbourne, ein Bach, gar kein Fluss, also nicht die Quelle dieses Nebels. Gespräch über das Restaurieren von Autos und darüber, dass wir beide handwerklich nicht geschickt sind, es aber gerne wären. Wir wandern lange in Nebel, Schafe stehen unter riesigen Eichen, keines blökt, ab und zu rufen Elstern oder Krähen. Der Nebel wird dichter, spürbar, es sprüht Wasser aus der Luft, man sieht bei der Hochspannungsleitung den nächsten Pylon nicht. Es surrt laut, Gespräch darüber, was aus dem Mittelschulwissen alles verloren gegangen ist, zum Beispiel: «Was genau surrt jetzt da?» Kurz vorher einmal auf einer Krete ein 5500 Jahre alter Grabhügel, Belas Knap, das Wetter könnte jetzt passender nicht sein. Als man im späten 19. Jhdt. öffnete, fand man direkt hinter der Steinplatte an der Nordseite die Skelette von fünf neolithischen Kindern. Wir fragen uns, wo die wohl jetzt liegen. Der Ort zeugt von großem Respekt für die Toten, die Nächsten, Gespräch über den gestern von der Isis hingerichteten britischen Journalisten. Dann dichter Wald wo gemäß Wanderungsbeschrieb offenes Land wäre, noch dazu geht es steil hinunter, Sorge um verlorene Höhenmeter. Wir glauben der Beschilderung, nicht dem Büchlein von 1997, und tatsächlich führt der Weg neueren Datums viel später wieder hoch auf den Cleeve Common als offenbar früher. Das beschreibende Büchlein landet im Rucksack, die (offensichtlich aktuellere) Karte des Reiseanbieters kommt auf die Hand. Cleeve Common ist eine Allmend riesigen Ausmasses, auf der Biker biken und Schafe zu hunderten grasen, manchmal kann man den Schuh nicht zwischen den Ausscheidungen auf den Boden setzen. Wo man hintritt dampft es, quasi. Gleichzeitig ist dieser 320 Meter hohe Hügel ein Golfplatz, man fragt sich, wie hart denn Schafschädel sind. Immer wieder tauchen aus dem Nebel auch Hunde auf, dann hinter ihnen gutgelaunte Besitzer, auch die Hunde scheinen die Schafe nicht zu stören. Zuoberst dann ein Panorama der Rotarier, im Büchlein stand, hier sei die gewaltigste Rundumsicht des ganzen 160-km-Weges, wir stellen sie uns vor. Ein Uhr, am Rand des Plateaus, wir essen rasch zu Mittag und plötzlich bricht die Sonne durch, jetzt tatsächlich Ahnung von großer Weite, aber die Beine schmerzen mehr als sie müssten, also Stalldrang. Nach einer guten Stunde dann am Ziel der Etappe, aber eine Meile vom B&B entfernt, welches an der geschäftigen A40 stadteinwärts liegt und uns jetzt sowieso noch nicht einlassen würde. Noch etwas weiter ist eine Bushaltestelle, dort warten schon zwei Wanderer aus Amerika, sie aus Boulder, Colorado. Gespräch über lächerliche Steigungen, wenn man aus den Rockies kommt, doch wohl auch für Schweizer. Ich mag nicht recht mit einstimmen. Cheltenham schaut nett aus, Fußgängerzone mit einigen Wanderläden, wir finden zwei Hemden, nicht aber den Riemen, der an Rs Rucksack fehlt, seit sein Sohn damit in Kopenhagen war. Bus zurück, wieder Zufriedenheit ob dem öffentlichen Verkehrswesen, das — ausser den Briten selber — allen, die ich kenne gefällt. £1.60 kostet die Fahrt in die Stadt, £1.60 auch wieder hinaus zur Unterkunft. Der «long drive-way» gemäß Beschreibung des B&B hat es in sich, die Füße wollen nun gar nicht mehr. Nach Dusche und Tee stellt sich aber Hunger ein und in bequemen Schuhen tippeln wir los, es seien 1.2 km bis zum Pub. IMG_1051.JPG IMG_1041.JPG IMG_1046.JPG IMG_0150.JPG IMG_0144.JPG IMG_0145.JPG IMG_0153.JPG

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